Ab in den Norden: Von Fjorden und Nordlichtern

9. März 2016

Norwegen ist größer als Deutschland und hat weniger Einwohner als die Metropolregion Berlin. Viel Platz für Fjorde, Nordlichter, Stabkirchen, Mitternachtssonne, Wikingerfeeling – und tatsächlich - das Land im hohen Norden wird all diesen Klischees gerecht, allerdings gibt es noch viel mehr zu entdecken, sowohl was atemberaubende Natur aber auch Design und Architektur betrifft. Eine der beliebtesten Arten Norwegen zu erkunden und dabei in relativ kurzer Zeit viel zu sehen ohne dass dabei Stress aufkommt, sind die unterschiedlichen Landschaftsrouten. 18 davon werden allein von offizieller Norwegen-Tourismusseite her vorgeschlagen. Es handelt sich dabei um Routen, die in die unterschiedlichsten Regionen des Landes führen und mit dem Auto auf angenehme Weise bewältigt werden können. Diese Tourismusinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, Natur, Architektur und Design aus Norwegen zu etwas zu kombinieren, das die Summe ihrer Einzelteile übertrifft. Die 18 Routen befinden sich in West-, Mittel- und Nordnorwegen, an den Küsten und in den Bergen. Insgesamt umfassen sie 1850 Kilometer. Dieses Projekt umzusetzen, dauerte knapp zwei Jahrzehnte. „Landschaftlich reizvolle Fernstraßen gibt es auch anderswo. Was dieses Projekt so einzigartig macht, ist der Einsatz spektakulärer Architektur und Kunst. So hat das noch niemand vor uns gemacht,“ ist Per Ritzler von der norwegischen Straßenbauverwaltung überzeugt.

Die schmalen, kurvenreichen Straßen der Insel Senja führen im Zickzack durch die dramatischen Berge, die sich direkt aus dem Meer erheben und den Fahrer/die Fahrerin einer sehr direkten Begegnung mit dem Ozean aussetzen. Senja, Ersfjorden. Foto: Bjarne Riesto / www.riesto.no

Die Route Senja ist 102 km lang und der höchste Punkt liegt nur bei 287 Metern über dem Meeresspiegel. Senja, Bergsbotn. Foto: Bjarne Riesto www.riesto.no

Die Varanger-Route führt durch Birkenwälder, Sumpfland und vorbei an schroffen Klippen. Diese hoch im Norden gelegene Straße am Meer begeistert sowohl mit Nordlichtern als auch mit architektonischen Kleinoden. Steilneset, Vogelbeobachtungspunkt. Foto: Tormod Amundsen / Biotope.

Exotische Landschaft, Vögel, die es weltweit nur hier zu sehen gibt und außergewöhnliche Objekte. Varanger, Denkmal Steilneset. Foto: Jarle Wæhler / Straßenverkehrsamt.

Rondane ist eine 75 km lange Route, die durch Landschaften führt, die zugleich still und erbarmungslos, heiter und wild sind. Rondane, Enden-Atnbru. Foto: Kjetil Rolseth.

Rondane ist eine große, nahezu unberührte Hochebene mit zehn Berggipfeln, die über 2000 m hoch sind. Hier liegt außerdem der erste Nationalpark Norwegens. Rondane eignet sich auch zum Wandern. Foto: Helge Stikbakke / Straßenverkehrsamt.

: Die 114 km lange Landschaftsroute Gaularfjellet ist eine weniger bekannte Strecke, die es jedoch zu entdecken lohnt. Utsikten, Gaularfjellet. Foto: Jarle Wæhler / Straßenverkehrsamt.

Gaularfjellet folgt dem Lauf eines Gewässers von den Bergseen bis hinunter zum Fjord und führt vorbei an wilden Stromschnellen und Wasserfällen. Gaularfjellet, Likholefossen. Foto: Bjørn Andresen / Straßenverkehrsamt.

Landschaftsroute Atlanterhavsvegen ist nur 36 km lang und dennoch eine der dramatischsten Strecken der Welt. Die Brücken von Atlanterhavsvegen. Foto: Roger Ellingsen / Straßenverkehrsamt

Die Atlantikstraße durchquert die Mündung eines Fjords. Mithilfe von acht Brücken werden Schären und winzige Inseln miteinander verbunden. Atlanterhavsvegen, Håholmen. Foto: Grete Kongshaug / Straßenverkehrsamt.

Die Arbeiten umfassten den Bau von Rastplätzen, Parkflächen und Aussichtspunkten. Einige der besten Architekten und Designer Norwegens waren daran beteiligt: Snøhetta, Reiulf Ramstad Arkitekter, Jensen & Skodvin und Carl-Viggo Hølmebakk. Auch einige ausländische Experten arbeiteten mit, darunter die französisch-amerikanische Künstlerin Louise Bourgeois und der Schweizer Architekt Peter Zumthor. Doch obwohl hier einige Anstrengungen unternommen wurden, die Natur zu ergänzen, ihr ein architektonisches i-Tüpfelchen aufzusetzen, bleibt sie doch der eindeutige Hauptdarsteller; erstens, weil sie in ihrer urtümlichen nordischen Kraft schlichtweg beeindruckt, zweitens aber auch dank dem Feingefühl, das die beteiligten Kreativen hier an den Tag legten. Wir haben 5 der interessantesten Landschaftsrouten ausgewählt und stellen sie hier kurz vor.

www.visitnorway.de    www.nasjonaleturistveger.no

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