The Ponale trail carved into the rock of the mountain in Riva del Garda, Italy.
The Ponale trail carved into the rock of the mountain in Riva del Garda, Italy.

Verona

Stadt im Liebesrausch

Von 14. bis 17. Februar ist „Verona in Love“: Unter diesem Motto lädt die Stadt Verliebte aus aller Welt ein, die Tage rund um den heiligen Valentin hier zu verbringen, und schmückt sich selbst in der Farbe der Liebe: Schaufenster und Straßenbeleuchtung werden mit roten Herzen verziert, der Lamberti-Turm erstrahlt in Rot. An der Piazza Signori finden Live-Konzerte statt, und ihr Markt formiert sich zu einem riesigen roten Herzen. Die Restaurants setzen Liebes-Menüs auf die Speisekarte, und der Eintritt in die Museen ist verbilligt.

veronainlove.com

 

(Ein-)Führung in die Liebe

Nicht nur rund um den Valentinstag werden Führungen an Orten der Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte veranstaltet – übrigens auch nachts. Dazu gehört der Palazzo der Familie Dal Cappello (Vorlage der Shakespeare’schen Capulets) mit der Bronzefigur der Julia im Innenhof und ihrem Balkon. Ehrlicherweise muss angemerkt werden, dass der Balkon, die Hoffenster und das gotisch anmutende Tor erst in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts dazugekommen sind. Der Rest des Palazzos aus dem 12. Jahrhundert ist aber echt! Romeos Haus in der Via Arche Scaligere wiederum hat einen gotischen Bogengang und einen mit Zinnen bewehrten Hof. In der Krypta der Basilica di San Zeno schließlich sollen Romeo und Julia einander das Ja-Wort gegeben haben, in jener des ehemaligen Klosters San Francesco al Corso soll sich Julias Grab befunden haben. Historisch belegbar oder nicht: Ein Besuch der beiden Orte lohnt sich allemal.

 

Tröstende Arien

Ein äußerst wirksames Trostpflaster für die geschlossene Arena-Opernbühne ist das Teatro Filarmonico, dessen Saison bis 26. Mai dauert. Aufgeführt werden unter anderem Mefistofele von Boito, Donizettis Don Pasquale und Adriana Lecouvreur von Francesco Cilea. Das Festival der Arena di Verona startet 2019 im Juni mit Traviata, gefolgt von Il Trovatore und Aida, in die neue Saison.

arena.it/filarmonico/de

 

Gnocchi am „fetten Freitag“

Die Ursprünge des Karnevals gehen in Verona bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damals verfügte der Bürger Tommaso de Vico in seinem Testament, dass die unterversorgten Bewohner des Stadtteils San Zeno jedes Jahr Brot, Butter, Käse und Mehl erhalten sollten, um am „venerdì grasso“, am „fetten Freitag“ vor Fastenbeginn, Gnocchi zubereiten zu können. Daher wird er hier „Bacanal del Gnoco“ genannt. Höhepunkt ist am Faschingsfreitag, wenn die Parade aus Wagen und Gruppen von Kostümierten und Maskierten aus allen Stadtteilen vom Corso Porta Nuova bis zur Piazza San Zeno marschiert. Weitere Veranstaltungen schließen sich bis zum Aschermittwoch an. Das ist übrigens der Tag, an dem traditionellerweise die Renga de Parona, Salzhering mit Polenta, gegessen wird.

veronatouristoffice.it/de/karneval

 

Stadtspaziergang

Veronas Altstadt ist quasi in eine weiträumige Windung der Etsch hineingebaut. Die Piazza Bra, der Hauptplatz, ist von der wuchtigen Arena aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. geprägt, einem der bedeutendsten und besterhaltenen römischen Amphitheater. Die Piazza selbst wird vom klassizistischen Palazzo Barbieri, der heute als Rathaus fungiert, und vom Palazzo della Gran Guardia, einem prächtigen Bau aus dem 17. Jahrhundert, früher Stadtwache, heute Galerie für Kunstausstellungen, eingerahmt. Die schönsten weiteren Plätze sind die Piazza delle Erbe (das einstige Forum Romanum, heute Marktplatz) und die Piazza dei Signori. Deren Renaissance-Prachtbauten Loggia del Consiglio, Palazzo del Podestà und Palazzo del Comune (spätes 12. Jahrhundert, das älteste Rathaus des Landes) bildeten in früherer Zeit die Sitze der Stadtregierung.

 

Imposanter Aufstieg

Der 83 Meter hohe Torre dei Lamberti wurde im Jahr 1172 errichtet und war der einzige private, im Besitz der Familie dieses Namens befindliche Turm der Stadt. Das achteckige Turmgeschoß kam erst im 15. Jahrhundert dazu und beherbergt gleich zwei Glocken: Die eine rief die Bevölkerung im Angriffsfall zu den Waffen, die andere alarmierte sie bei Feuersbrünsten. Sportliche Besucher können die 368 Stufen zu Fuß erklimmen, die anderen nehmen den Lift – das Ergebnis ist das gleiche: ein herrlicher Ausblick auf Verona und die umliegende Hügelwelt.

 

Museen

Auf der anderen Seite der Etsch, im Teatro Romano, befindet sich das Archäologische Museum mit Exponaten vornehmlich aus der Römerzeit. Das Castelvecchio, die alte Festung des Herrschergeschlechts der Skaliger, beherbergt Sammlungen des Mittelalters, der Renaissance und bis hinauf ins 18. Jahrhundert.

museodicastelvecchio.comune.verona.it

 

Shopping

Die ganze Innenstadt ist auch Boutiquen- und Einkaufsviertel, aber die diesbezügliche Nr. 1 ist die von der Piazza Bra abgehende Via Mazzini.

 

Pasta? Basta!

Die besten Restaurants der Stadt befinden sich im Umkreis der Piazza delle Erbe. Was isst man dort? Natürlich Gnocchi, die hier gerne mit einer Pastisada de Caval angerichtet werden. Pferdefleisch ist nicht jedermanns Sache, aber in Verona ist es, mit Wein, Gemüse und Kräutern zubereitet, eine lokale Spezialität. Eine solche ist auch der „Bollito misto“, gemischtes gekochtes Fleisch, das zusammen mit Pearà, einer Soße auf Basis von Rind- und Suppenhuhnfleisch, serviert wird. Berühmt dafür ist das gepflegte Ristorante Torcolo, das auf eine Osteria aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgeht.

ristorantetorcolo.it

 

Bissfester Genuss

Wer sich lieber nur mit Wurst und Käse (allererster Güte, versteht sich) versorgen will, ist in der Salumeria Albertini am Corso Sant’Anastasia oder auch in der Gastronomia di Via Stella an den richtigen Adressen.

gastronomiastella.it

 

Dolci deliziosi

Der Nadalin, der typische Weihnachtskuchen der Veroneser, hat eine achteckige Sternform. Zutaten sind Weizenmehl, Bierhefe, Zucker, Salz, Vanilleschoten, Zitronenschalen, Eier und Butter. Seine Glasur ist aus gemahlenem Biskuit, Marsala, Pinienkernen und Mandeln. Sollte man unbedingt auch außerhalb der Festtage probieren!

 

Abstecher zum Lago

Einen See quasi vor der Haustür zu haben ist ein seltener Glücksfall für eine Stadt. Umso mehr, wenn es ein so zauberhaft schöner wie der von Bergen eingefasste und von malerischen Badeorten gesäumte Gardasee ist.

 

Beste Anreise

Beste Verbindung ist der ÖBB Nightjet: täglich 19:23 Uhr Abfahrt ab Wien Hauptbahnhof via Villach und Padua, Ankunft Verona Porta Nuova 7:00 Uhr Früh. Bett ab €69. Tägliche Flüge mit Lufthansa via München.