bhutan
bhutan

Im Land des Donnerdrachens

Wenn man an Asien denkt, hat man sofort eine Liste der Standard-Urlaubsdestinationen im Kopf: Vietnam, Thailand, Taiwan und natürlich China sowie Japan. Doch seit ein paar Jahren lohnt es sich über diesen Tellerrand hinaus in Richtung des Himalayas zu blicken. Denn dort locken gelebte Gastfreundschaft, allübergreifende Spiritualität und ein meisterhafter Spagat zwischen Tradition und Moderne. Willkommen im farbenprächtigen Königreich Bhutan – willkommen in einem der glücklichsten Länder der Welt! 

Für kein anderes Land der Welt brachte das neue Millennium so große Veränderungen mit sich wie für das kleine Bhutan – obwohl diese es hier traditionell schwer haben, was mitunter auch der geografischen Lage geschuldet ist. Über Jahrhunderte war das buddhistische Königreich im Himalaya, das sich auf einer Fläche von 38.000 Quadratkilometern erstreckt, von der Außenwelt abgeschirmt. Die Regierung von „Druk Yul“, dem „Land des Donnerdrachens“, wie die Einheimischen es nennen, wollte die Natur bewahren und die Kultur vor westlichen Einflüssen schützen. So konnte man Bhutan bis in die 60er Jahre ausschließlich mit einem fünftägigen Fußmarsch von Indien aus erreichen. Bis in die 70er Jahre hatte auch kaum ein Ausländer das Land je betreten. Zudem gab es weder Strom noch Telefon oder gar Autos. 

Während die Hauptstadt Thimphu eine der am schnellsten wachsenden Städte Südostasiens ist, leben nur wenige Kilometer nördlich in den Hochebenen des Himalayas noch beinahe 20.000 Menschen als ursprüngliche Yak-Nomaden. Mit einem Fuß im Mittelalter und dem anderen im digitalen Zeitalter meistern die Bhutaner so einen weltweit einmaligen Balanceakt. Zerrissen durch drei bis zu 2.500 Meter tiefe Haupttäler und eingekeilt zwischen den Großmächten Indien und China, ist das Land seit jeher seinen eigenen Weg gegangen. Und das mit Erfolg: Bhutan ist politisch und wirtschaftlich weitgehend unabhängig. Es wurde nie erobert, kolonisiert oder annektiert, ist dafür aber voller glücklicher Untertanen, die der Globalisierung trotzen – und damit ein wenig an ein berühmtes gallisches Dorf erinnern. Ein Konzept, das bisher sehr schön aufgeht: Bhutan ist noch so ursprünglich wie kaum ein anderes Land in Asien. Die seit den 50er Jahren schrittweise und überlegt umgesetzten Veränderungen sind der umsichtigen Herrscher-Dynastie der Wangchucks zu verdanken, die das Königreich seit 1907 mit viel Verantwortung führt: Innerhalb der letzten vier Jahrzehnte hat sich Bhutan so vom asiatischen Armenhaus zu einem Vorzeigemodell entwickeln können. 

Als Vater des modernen Bhutan gilt Jigme Dorji Wangchuck, der dritte Druk Gyalpo oder „Drachenkönig“, der das dünn besiedelte Königreich während seiner Regentschaft von 1952 bis 1972 für neue Ideen und Konzepte öffnete. Wenn auch zunächst streng reglementiert und vorsichtig betrieben, entwickelte sich der Wandel des Landes letztendlich rasant: Wangchuck baute die feudalen Verhältnisse ab und führte stattdessen Wirtschaftsreformen und ein kostenloses Schulsystem ein. Er ließ die erste Straße von Indien nach Bhutan bauen, sicherte sich die Unterstützung des großen Nachbarn und erwarb das erste Auto für den royalen Fuhrpark – einen Gebrauchtwagen. 1983 wurde der erste und einzige internationale Flughafen im malerischen Hochtal von Paro gebaut. Und 1999 bekam Bhutan Fernsehen – als letzter Staat der Erde! Wenige Wochen später öffnete auch das erste Internet-Café und 2008 folgte die Demokratie. Diese hatten die Untertanen zwar nicht gefordert, ihr König verordnete sie aber trotzdem. 

Die ganze Story gibt`s im Magazin zu lesen!

Anzeige
Anzeige