muehlviertel
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(Klein)Kanada liegt im Mühlviertel

Von einer, die auszog, um von Rasenrobotern und Wäschespinnen das Fürchten zu lernen: Mit Plan und richtungsweisenden Erklärungen der „Kerns“ ausgestattet heißt es, das 700 Kilometer lange Reitwegenetz auf der Mühlviertler Alm zu erkunden. Eine nachhaltig „nahe“ Reitreise zwischen Cowgirls, Blockhütten, einem echten Abenteurer und der Sprache der Pferde.

Rechts bimmelt leise eine Kuhglocke, wenig später ertönt ein gedehntes Muhen in unmittelbarer Nähe und auch das Rattern eines Motors rückt mit jedem Schritt akustisch näher … doch Tiere und Traktor bleiben unsichtbar. Der Nebel hat rings um uns weiße Wände hochgezogen, einzig die Geräusche vermag er nicht zu verschlucken. Während die Nebelfetzen anfangs durch den Wald waberten und sich schwerfällig über die Wiesen und Felder schoben, hat er uns nun gänzlich eingeschlossen. Die Sicht beträgt kaum zehn Meter. Langsam gewinnen eine Hütte, eine Baumgruppe oder ein vereinzelter Hinkelstein an Kontur, ziehen an uns vorbei und lösen sich gespenstisch in der weißen Nebelsuppe auf. Die Pferde sind aufmerksam. Die schlechte Sicht trägt nicht zur Entspannung der Fluchttiere bei. Trotzdem sie etwas aufgeregt sind, signalisieren sie mit nach vorne gerichteten Ohren und einem flotten Schritt Freude und Neugier. Wir, zwei Pferde und zwei Reiterinnen, sind nun knappe drei Stunden unterwegs. Die am Weg liegenden Ausblicke übers Mühlviertel haben wir passiert: alles weiß. Doch ist dies kein Grund zum Ärgern, denn der Nebel bietet eine einzigartige Ersatzshow. 

Kernkompetenzen 

Urlaube zu Pferd werden weltweit angeboten: von Südafrika bis Island über Costa Rica nach Neuseeland. Wer gern nachhaltiger, mit weniger CO2-Ausstoß, in den Sattel steigen will, hat auch in Österreich viele Möglichkeiten. Im oberösterreichischen Mühlviertel gibt es nicht nur ein 700 Kilometer umfassendes Reitwegenetz, sondern auch rund 50 Betriebe mit unterschiedlichsten Urlaubsvarianten. Felix Kern gilt in Sachen Wanderreiten als Pionier: Er hat als erster in der Gegend Reitunterricht und Ausritte angeboten. Als Betriebselektriker hat er an der Kepler Universität Linz gearbeitet und entdeckte über ein Angebot des Sportinstituts seine Liebe zu den Pferden. In der Stadt hat er sich nicht wohl gefühlt, so zog er mit seiner Frau Hermine ins Mühlviertel. 1986 gründete er mit dem Wanderreithof Kern in Landshut sein erstes Unternehmen mit Pferdevermietung und Wanderreiten. „Nachdem ich den Kurs als Wanderreitführer absolviert hab, wusste ich: Das will ich machen!“, erzählt er. Felix hat mittlerweile insgesamt vier Reitbetriebe gegründet. Für jedes seiner drei Kinder, Sabine, Margit und Andreas, einen – und weil ihm so ganz ohne Pferde und Gäste langweilig geworden ist, hat er 2019 den bislang letzten aufgemacht: die KernAlm. Aufmerksamkeit haben ihm auch seine ungewöhnlichen Touren gebracht. U.a. ritt der Abenteurer im Jahr 2000 auf dem Jakobsweg von Österreich nach Spanien oder machte sich 2014 mit einer 13 Reiter starken Gruppe von Polen auf den 1200 Kilometer langen Weg zurück ins Mühlviertel. Die Truppe war zwei Monate im noch nasskalten Frühling durch teils unwegsames Gelände und eiskalte Flüsse auf Huzulen, einer polnischen Pferderasse, unterwegs. Heute pendelt Felix von einem Betrieb zum anderen und unterstützt seine Kinder. „40 Jahre lang, 365 Tage im Jahr bin ich gerne in den Stall gegangen,“ erzählt er und fügt grinsend hinzu: „Ich helfe lieber freiwillig mit, so brauch ich mir nix anschaffen lassen.“ Ist er in Erzähllaune wird es spannend: Seine Erlebnisse reichen von abenteuerlichen selbst organisierten Reittouren quer über den Globus, Pferdekäufen im Baltikum, einem halsbrecherischen Ritt auf einem durchgehenden Gaul im Kaukasus bis hin zu einem todbringenden Kugelblitz.

Die ganze Story gibt`s im Magazin zu lesen!


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