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Nicht allzu touristisch, Färöer

Ein Urlaubsziel, das selbst Vielreisende ad hoc nicht unbedingt auf dem Radar haben und das doch einiges zu bieten hat. So lässt sich das Archipel mit einer Gesamtfläche von 1.399 km² skizzieren. Die Färöer bestehen aus 18 einzelnen Eilanden, formieren sich zu einem in südlicher Richtung spitz zulaufendem Dreieck und liegen malerisch eingebettet zwischen Meerengen und Fjorden.

Wer in atemberaubende – und oftmals menschenleere – Landschaften eintauchen will, ist auf den Färöern, die zu Dänemark gehören, gut aufgehoben. Sie sind ein paradiesischer Geheimtipp, sofern man sich auf Natur, erfrischend andere Architektur, Gourmeterlebnisse und zeitweise raue Wetterbedingungen einlassen will. Die Inselgruppe im Nordatlantik hat es sich zwischen Island, Norwegen und Schottland bequem gemacht. Besucher sollten unternehmungslustig, wanderfreudig und fahrtüchtig sein. Denn dann offenbaren sich die Schafsinseln – wie die Färöer auch genannt werden – von vielen sehenswerten Seiten. Nachtragenden Fußballfans sind sie noch bestens für eine überraschende Niederlage am 12. September 1990 in Erinnerung. Das war jener Mittwoch, an dem das österreichische Nationalteam gegen die färöische Fußball-Elf ein 1 : 0 einstecken musste. Was an sich verkraftbar gewesen wäre, wenn es nicht zugleich das Aus für die EM-Qualifikation und den Rücktritt von Teamchef Josef Hickersberger bedeutet hätte. Aber Schwamm drüber, widmen wir uns lieber den schönen Seiten: zum Beispiel der 1.289 Kilometer langen Küste und der Tatsache, dass man als Reisender an keinem Punkt der Färöer weiter als fünf Kilometer vom Meer entfernt ist.

Wettertechnisch kann die Lage schnell umschlagen, dafür bieten sich viele, schnell erreichbare Orte und Naturschauspiele zum Umdisponieren an. Strahlender Sonnenschein kann innerhalb eines Tages locker von einer Nebelfront gefolgt sein. Erlebt man einen Regenguss, sorgt möglicherweise der folgende Sturm für eine Schnelltrocknung. Dafür ist langanhaltend schlechtes Wetter eher eine Seltenheit. (An dieser Stelle ein kleiner Exkurs, der sich positiv auf die Gemütslage auswirkt: Weit weniger launisch als das Wetter sind die rund 50.000 Menschen, die hier leben. Der Färinger ist humorvoll und ausgesprochen gastfreundlich.) Laut Meteorologen-Statistik stellen sich übrigens April bis September als die niederschlagsärmeren Monate dar. Das wäre dann sogleich die empfohlene Reisezeit für einen mindestens einwöchigen Trip. Der Winter ist in dieser Region eher für Menschen gemacht, die mit langanhaltender Dunkelheit umzugehen wissen. Dafür wird im Sommer die Nacht zum Tag gemacht, und es erwarten einen spektakuläre Lichtstimmungen.

Nicht unerwähnt bleiben darf in jeder Reportage über die Färoer die kritisch gesehene Tradition, die immer wieder Proteste einbringt, auch wenn sie gesetzlich streng geregelt ist: die Grindwaljagd (Grindadráp), die einmal pro Jahr stattfindet und das Meer bedauerlicherweise nicht nur sprichwörtlich blutrot färbt. Die verhärteten Fronten aus Färingern und Tierschützern bewegen sich nur minimal zwischen der Argumentation des Brauchtumserhalts aus Wikingerzeiten, unnötigem Abschlachten, da die Gefahr des Nahrungsmangels früherer Zeiten längst gebannt ist, und des kommerziellen Ausschlachtens.

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