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Ich bin ein Incluencer

Der als „Journeyman“ bekannte Fabian Sixtus Körner absolvierte eine 28 Monate dauernde „Design-Walz“ über den Globus, wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt und war erfolgreicher Vortragender. Stets auf der Suche nach Herausforderungen wartete die größte jedoch abseits seiner Reisen: die Geburt seiner Tochter Yanti. Was anfangs tiefen Schmerz auslöste, wich zusehends einem großen Glück. Denn Glücklichsein und Reisen klappt auch mit Trisomie 21.

Alles hinschmeißen und weg. Davon träumen viele Menschen, doch nur wenige wagen es, diesen Traum in die Realität umzusetzen. Der studierte Innenarchitekt Fabian Sixtus Körner hat nicht nur seine Wohnung gekündigt, das Auto verkauft und den Rucksack gepackt, sondern sich quasi „ausradiert“. Er wollte Traumjob und unbändige Reiselust vereinen und begab sich für zwei Jahre und vier Monate auf Walz. „Wenn ich noch ein Jahr lang am selben Schreibtisch sitze, werd ich verrückt“, beschreibt er die Situation vor seinem Aufbruch. In Köln geboren, später in einem hessischen Örtchen aufgewachsen und mit 17 Jahren von zuhause ausgezogen, verspürt er kein richtiges Heimatgefühl. „Bei mir war es eine Art Fluchtgedanke, aus dem ich versucht habe, etwas Positives zu machen“, erklärt er. Auf die unsicheren Lebensumstände von damals angesprochen meint er, seine Ängste seien anders gelagert. Die Gleichförmigkeit des Alltags bereitet ihm die größten Probleme. „Davon werde ich depressiv. Ich brauche neuen Input, am besten täglich, auch wenn mich das manchmal überfordert.“ 

Zwischen Design-Botschafter, Bollywood-Filmstar und Miss-Wahl-Juror

2007 steigt Körner mit zwei Reisebekanntschaften im Norden Laos in ein Langboot. Der eben einem alten Fischer abgekaufte Kahn wird LAMSIL, für „Losing All My Shit In Laos“, getauft. Ohne jegliche Erfahrung im Umgang mit einem Boot kentern die Greenhornes gleich zu Beginn der viertägigen Fahrt beinahe. Sie meistern die schwierige Situation und stellen sich der Hitze, Stromschnellen sowie Myriaden von Moskitos. Die außergewöhnlichen Begegnungen mit Dschungeldorf-Einwohnern bleiben in Erinnerung und verändern den jungen Mann. Drei Jahre nach der laotischen Initialzündung macht sich Körner zu einer „Design-Walz“ auf. Wie es sich für einen echten Wandergesellen gehört, bietet er seine Arbeitskraft für Kost und Logis an, denn die Walzregeln verbieten es, Geld für getane Arbeit anzunehmen. Einzig die Flüge und andere Verkehrsmittel bezahlt er aus eigener Tasche. Über die Vorbereitungszeit erzählt er: „Ich musste all mein Hab und Gut loswerden – mich quasi ausradieren. Ich war nicht mehr anwesend in Deutschland und auch sonst nirgends auf der Welt.“ Mit 255,69 Euro am Konto startete er sein Experiment in Shanghai. Dort wartete in einem Architekturbüro ein Bewerbungsgespräch auf ihn – Jobzusage gab es keine. Gleich nach der Landung vergisst Körner alle wichtigen Dokumente sowie Bargeld im Flugzeug. Er behält die Nerven … und das Vergessene zurück.


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