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Porträt einer Reisenden

Alles hinschmeißen und allein mit dem Motorrad um die Welt: Als Frau ein waghalsiges Unterfangen, doch Lea Rieck scheut keine Widerstände. Im Gegenteil. Sie liebt es Neues auszuprobieren und an die eigenen Grenzen zu gehen. Die 90.000 gefahrenen Kilometer verändern die Münchnerin auf ungeahnte Weise. Sie erzählt von Gefahren, Toleranz, einem Sniper und ihrer mutigsten Entscheidung.

Nach einem über zwei Stunden dauernden Gespräch müssen noch Fotos gemacht werden. Eine leichte Übung für Lea Rieck, die auf ihrer 18 Monate dauernden Reise unzählige Bilder von sich geschossen und gepostet hat. Nur dieses Mal ist es anders. Plötzlich wirkt die junge Frau etwas verloren und scheu. Ohne die Motorrad-Kluft oder das rote Kleid, zwei Outfits, welche ihren Instagram-Followern bestens vertraut sind, fehlt etwas. Fotografiert zu werden ist eine ungewohnte Situation. Sie lehnt an der weißen Wand ihrer Münchner Wohnung, trägt dicke Wollsocken und fragt unsicher: „Soll ich sie fürs Shooting ausziehen?“ Nicht nötig. Klick-Klick. Als eine Videobotschaft aufgenommen werden soll, und Lea zuvor kurz in einem Nebenraum verschwindet, um Helm und Handschuhe zu holen, ist die Selbstsicherheit wieder da. Ganz Profi, nur ein Durchgang, alles perfekt.

… das wertvollste Geschenk

Mit Was-wäre-wenn-Fragen hält sich die 33-Jährige nicht auf. Sie probiert einfach aus – und beschließt auf Weltreise zu gehen: kündigt Arbeit und Wohnung, schlägt ein lukratives Jobangebot aus und beginnt zu organisieren. In ihrem Buch „Sag dem Abenteuer, ich komme.“ liest man von den Vorbereitungen wenig. Danach gefragt, stöhnt sie hörbar auf: „Laaangweilig!“ Das Organisieren sei das Nervigste, auch wenn es dazugehöre. Es mussten Visa gecheckt, bestimmte Einreisetermine eingehalten sowie ein zweiter Reisepass beantragt werden. „Ich hatte eine Excel-Tabelle, wo drin stand: Embassy XY am Tag XY beantragen. Manche Länder wollen vorab das Ein- und Ausreiseland wissen. Wieder andere wollen nicht mit bestimmten Ländern im Pass stehen. Es ist ein kompliziertes Puzzle.“ Zwei Tage vor der Abreise hieß es zurück an den Start, da man Lea das turkmenische Visum verweigerte. Die neue Route sollte nun durch Pakistan führen. Eine Internet-Foren-Anfrage zeigte wenig erfreulichen Ergebnisse. 21 Kommentatoren waren sich einig: Fahr auf keinen Fall! Diese hatten, wie Lea anmerkt, aber allesamt das Land nicht bereist. „Schließlich hat ein Pakistani geschrieben: Komm hierher, mein Land ist wahnsinnig schön! Ich hab mich gefragt: Wie verlässlich ist diese Quelle? … und bin trotzdem gefahren!“, erklärt die junge Frau lachend, so als ob es die Entscheidung zwischen einem roten und einem blauen Paar Schuhe gewesen wäre. 

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