yoga
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Profitable Posen & gierige Gurus

3.500 oder doch schon 5.000 Jahre? Da ist sich die Wissenschaft nicht ganz einig. Doch eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Yoga ist eine jahrtausendealte Tradition, die sich seit mittlerweile knapp 20 Jahren in den westlichen Breitengraden als feste Institution etabliert hat. Das wird sich auch 2019 nicht ändern, denn Yoga ist und bleibt eine der besten – und dabei gleichzeitig inklusivsten – Methoden, um Körper sowie Geist zu trainieren und für den nötigen Ausgleich zum Alltag zu sorgen.

Sonnengruß, Asana und Namaste: Yogabegriffe sind heutzutage keine Fremdwörter mehr, die ehemals spirituelle Praxis aus Indien hat sich zu einer massentauglichen Bewegung entwickelt. Speziell in den vergangenen Jahren ist das weltweite Interesse in ungeahnte Höhen geschossen: Seit 2014 wird am 21. Juni alljährlich der Tag des Yoga begangen, 2016 wurde es als Immaterielles Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt, auf Instagram findet man unter dem entsprechenden Hashtag knappe 72 Millionen Einträge und Google liefert mittlerweile fast 2 Milliarden Suchergebnisse. Trotz einer leichten Sättigungsphase, ist immer noch ein gewaltiges Wachstumspotenzial gegeben, da immer mehr Menschen den Trend für sich entdecken – das holistische Übungssystem gehört mittlerweile zum (sportlichen) Alltag wie das Discount-Fitnessstudio um die Ecke. 

Während es laut der aktuellen Studie des Deutschen Berufsverbands der Yogalehrenden (BDY) in Deutschland aktuell etwa 3,4 Mio. Übende gibt, praktizieren in den USA etwa 20 bis 25 Mio. Menschen Yoga – das sind fast 10% der erwachsenen Bevölkerung! Weltweit gehen viele Schätzungen mittlerweile von etwa 400 Millionen Yoga-Übenden aus. Auch die Zahl der vorhandenen Studios hat sich eklatant nach oben entwickelt: Den mittlerweile rund 6.000 Yoga-Schulen und -Zentren in Deutschland stehen etwa 30.000 in Amerika gegenüber – seit 10 Jahren ist hier ein konstantes jährlich Wachstum von 7 bis 10% gegeben. Speziell in Mitteleuropa lässt sich zudem feststellen, dass Yoga noch immer deutlich in Frauenhand ist, der Männeranteil liegt bei 10 bis 20%. Für Österreich existieren leider noch immer keine Statistiken.

Aufgrund dieser gewaltigen Weiterentwicklung – speziell über die letzten 2 Jahrzehnte – ist der Sonnengruß mittlerweile nicht mehr nur vorteilhaft für Körper und Geist, sondern hat sich auch zu einer wahren wirtschaftlichen Goldgrube entwickelt. Denn während in den großen Metropolen und Yoga-Mekkas die Studios wie Pilze aus dem Boden schießen, reibt sich eine ganze Industrie die Hände – vom Textilhersteller über den App-Programmierer bis zum Reiseveranstalter. Denn Yoga ist 2019 ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der einen weltweiten Umsatz von etwa 80 Milliarden Euro in die Kassen spült. In Deutschland kann man die Einnahmen mit Kursen, Kleidung, DVDs oder Büchern auf eine halbe bis eine Milliarde Euro beziffern, in den USA auf 6 bis 10 Milliarden Dollar. Zudem zählt Yoga hier zu den 10 am stärksten wachsenden Wirtschaftszweigen. Diese weltweit zunehmende Kommerzialisierung ist beispielhaft etwa an vielen Studios ersichtlich: Hier passieren Yogis von der Umkleide bis zur Matte Zubehör, so weit das Auge reicht – Schmuck, Tücher, Matten, Kleider, Sitzkissen oder Chakra-Sprays lassen das Studio zum Marktplatz werden. Doch nicht nur beim Zubehör, sondern vor allem auch bei der Ernährung gibt es noch viel finanzielle Luft nach oben – aus diesem Grund servieren etwa die Jivamukti-Zentren in New York und Berlin nach der absolvierten Stunde auch gleich noch den veganen Kaffee mit Detox-Smoothies oder Datteltaler.

Die ganze Story gibt`s im Magazin zu lesen!


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