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Buch „Die 50 besten Winzer“ – WEINGUT PÖCKL

Wie alles begann…

Es war das Jahr 1900, als Albert Pöckl den Schritt wagte und nach Nordamerika auswanderte. Sein
Vater hatte zuvor – so wie es damals üblich war – die Landwirtschaft dem ältesten Sohn vermacht.
Albert wollte gerne Landwirt sein, hatte aber in Mönchhof keinen eigenen Grund, um nach seinen
Wünschen wirtschaften zu können. Und so startete er die abenteuerliche Reise nach Amerika, um
sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Zehn Jahre lang führte Albert Pöckl in Minnesota eine Farm
und sparte gutes Geld.

Viele Männer wanderten damals nach Übersee aus um ihr Glück zu suchen. Die meisten reisten
alleine – und so kam es, dass Albert Pöckl unter den wenigen Frauen nicht die Richtige für sich fand.
Er entschloss sich, nach Österreich zurückzukehren, um eine Frau zu suchen und diese dann mit in
die USA zu bringen.

Albert lernte Katharina kennen – Topf und Deckel hatten sich gefunden. Allerdings gab es ein kleines
Problem: Katharina wollte nicht auswandern. Und so hatte Albert seine amerikanische Farm verkauft
und startete 1910 wiederum in Mönchhof durch: mit einem landwirtschaftlichen Betrieb mit
Ackerbau, Viehzucht und Weinbau. Die beiden führten auch das Mönchhofer Dorfwirtshaus.
Das Paar hatte vier Kinder. Theodor Pöckl war auserkoren, den Betrieb seiner Eltern zu übernehmen.
Ab 1945 leiteten Theodor und seine Frau Magdalena die Geschicke des Unternehmens und
vergrößerten es auf 10 Hektar. Theodor richtete seinen Fokus immer mehr auf die Weinwirtschaft
und erkannte schon früh das Potenzial von Rotwein auf Mönchhofer Boden. Als er im Jahr 1959 St.
Laurent Reben pflanzte war er der erste im Bezirk, der diese Rebsorte anbaute.

Tipp:
Das Mönchhofer Dorfmuseum liegt gleich neben dem Weingut Pöckl und gibt Einblick in den
dörflichen Alltag und das bäuerliche Leben zwischen 1890 und 1960. Etwa 35 wiedererrichtete
Gebäude laden zum Eintreten, Verweilen und in Erinnerungen Schwelgen ein.
www.dorfmuseum.at

1979 war dann die nächste Generation an der Reihe: Theodors Sohn Josef Pöckl übernahm den
Betrieb und wandelte ihn sofort in einen reinen Weinbaubetrieb um. 1986 entschied er sich für eine
weitere Spezialisierung und seit damals führte er mit seiner Frau Theresa das Weingut als
‚Rotweingut‘.

Unter Berücksichtigung von Klima und der Zusammensetzung der Böden pflanzte Josef die
bekannten regionalen Traubensorten Zweigelt, Blaufränkisch, St. Laurent und Pinot Noir (weiter) aus
und begann ebenfalls mit internationalen Sorten, wie Merlot und Cabernet Sauvignon, zu
experimentieren.

Josef war einer der ersten im Gebiet, der sich Wissen und Inspiration auch durch Reisen aneignete.
Während seiner vielen Touren von Frankreich über Italien bis hin nach Australien, konnte er sich mit
anderen Winzern austauschen und Typizitäten von Traubensorten sowie Ausbautechniken
diskutieren. Inspiriert durch seine Fahrten begann er 1989 Barrique-Fässer einzusetzen. Seit 1990
produziert das Weingut Pöckl auch Rotweincuvées.

Die vierte Generation

Inzwischen ist das Weingut auf ca. 42 Hektar Größe gewachsen und mit vielen Toplagen ausgestattet.
Viele nationale und internationale Erfolge bestätigen die hervorragende Qualität der Weine, die sich
durch intensive Frucht, ausgeprägte Struktur, natürliche Tannine und Kraft auszeichnen und somit
einen langen Trinkgenuss durch viele Jahre hindurch garantieren. Diese Charakteristik ist René Pöckls Fingerabdruck, der bereits seit 2002 Kellermeister ist.

René, der auch Praktika in Frankreich und Australien absolvierte, kennt die Böden seiner Weingärten
genau und beobachtet aufmerksam die Entwicklung jeder einzelnen Rebe. Der Natur ihren Lauf
lassen, wilde Begrünung, eine lebhafte Tierwelt. Das ist die Basis für ein einzigartiges Erlebnis im
Glas. Dazu kommen noch die besondere Sorgfalt und eine gewissenhafte Selektion im Weingarten.
Handarbeit wird bei Familie Pöckl noch groß geschrieben! René ist überzeugt: „Was man versäumt,
im Weingarten zu erarbeiten, kann man im Keller nicht mehr nachholen.“

Seit der ersten Generation also geht Familie Pöckl stetig ihren persönlichen Weg, ohne Hypes und
Trends zu folgen. Nur so kann sie ihrem Stil treu bleiben und die typischen Charaktere der Weine Jahr
für Jahr in die Flasche bringen. Verkosten kann man die Weine übrigens – nach Anmeldung – gerne
direkt im Weingut. Dem Verkaufsstart der neuen Jahrgänge (Ende Oktober/Anfang November) liegt
immer ein besonderes Thema zugrunde – zelebriert werden alle Jahrgänge einzelner Weine (zum
Beispiel 20 Jahre Rêve de Jeunesse) oder Jahrgangsvertikale, um Kunden und Interessierten
schmecken zu lassen, wie sich die Pöckl Weine mit der Zeit entwickeln.

Weitere Ausflugsziele in der Umgebung des Weinguts:

Schloss Halbturn

Das Barockjuwel Schloss Halbturn liegt nur 2 Kilometer vom Weingut entfernt und wurde 1711
errichtet. Es bietet ein abwechslungsreiches Programm rund um Kunst, Kultur, Wein und Kulinarik.
Attraktive Jahresausstellungen, hochwertige Konzertreihen, verschiedene Sommerveranstaltungen
und der berühmte Pannonische Weihnachtsmarkt im historischen Ambiente des Schlosses locken
jährlich tausende Besucher aus dem In- und Ausland an.
www.schlosshalbturn.com

Basilika Frauenkirchen

Die barocke Basilika und Wallfahrtskirche „Maria auf der Heide“ wurde 1695 errichtet und gilt in
ihrem Stil, Ausstattung und Einrichtung als eine der schönsten barocken Kirchen und ist die
bedeutendste Wallfahrtskirche des Burgenlands.

St. Martins Therme

Von Wellness- und Thermalwasserlandschaft über Outdoor Sole Becken bis hin zur Saunawelt bietet
die St. Martins Therme alles, was man sich für eine entspannte Zeit wünscht. Unter dem „SPAFARI“-
Konzept bietet die Therme außerdem spannende Seewinkel Safaris in Kombination mit Angeboten
der Sauna- und Thermenlandschaft.
www.stmartins.at