Download von www.picturedesk.com am 20.03.2019 (15:36). 
A man stands on the edge of a collapsed bridge in Chimanimani, about 600 kilometers southeast of Harare, Zimbabwe, Monday, March 18, 2019. (AP Photo/Tsvangirayi Mukwazhi) - 20190318_PD7152
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A man stands on the edge of a collapsed bridge in Chimanimani, about 600 kilometers southeast of Harare, Zimbabwe, Monday, March 18, 2019. (AP Photo/Tsvangirayi Mukwazhi) - 20190318_PD7152

Daniela Pamminger: „Nichts tun zu können, ist das Schlimmste“

Wo andere Urlaub machen oder am Strand liegen, sieht Daniela Pamminger letzteren meist nur von Weitem. Zeit die Beine hochzulegen hat die Katastrophenhelferin während eines Einsatzes keine. Ihre Arbeit bei der Caritas führte sie zu einem Hochwasser in Kerala, einem Erdbeben auf Haiti oder zu den Flüchtlingscamp auf Lesbos. Pamminger erzählt von wichtigen Lektionen, politischem Kalkül und notwendigen kleinen Wundern.

 

Anderen zu helfen stellen sich viele Menschen als eine erfüllende Tätigkeit vor, doch oft handelt es
sich dabei um eine etwas verklärt-romantische Anschauung. Das bestätigt auch Daniela Pamminger,
Referentin für Katastrophenhilfe bei der Caritas Österreich. Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung weiß sie um die teils harten Bedingungen der Helferinnen und Helfer und kennt die oft unmenschlichen Situationen der Betroffenen und erklärt: „Es ist ein Job – aber es stimmt schon: Ich frag mich nicht so oft, ob es Sinn macht. Und ich hab ihn mir ausgesucht, auch wenn viel Zufall dabei war …“ Der Einsatz in einem Katastrophengebiet erfordert Disziplin, Ausdauer sowie mentale und körperliche Stärke. Bei allem Arbeitseifer ist es jedoch wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen. So weiß Pamminger genau, dass sie umkippt, wenn sie nicht ausreichend isst und trinkt. In einer sich ständig verändernden Situation während eines Einsatzes kann es vorkommen, dass man auf die eigenen Bedürfnisse vergisst. Ein fataler Fehler. Denn ein migränebedingter Ausfall aufgrund von Dehydrierung darf nicht passieren. „Ich brauch jetzt zwei Liter Wasser und nicht irgendwann … weil es ist immer etwas anderes wichtiger“, merkt sie an. Da müsse man hart bleiben, auch wenn dies wegen der Umstände oft nicht einfach sei. Besonders wichtig ist das gegenseitige Vertrauen. Vor allem weil es oft um die eigene Sicherheit gehe, ergänzt sie. „Es ist wichtig, dass ich drauf vertrauen kann, dass jemand die richtigen Infos hat und weiß, auf dieser Straße passiert uns nix … das betrifft das eigene Team und den Projektpartner. Das sind Menschen, die man zum Teil noch nie vorher gesehen hat.“ Oft weiß man nicht genau, was einem im Einsatzland erwartet. Doch das scheint die 46-Jährige nicht zu stören, auch das gehört zu ihrem Alltag. Auf die Frage nach der familiären Situation, kommt die Antwort schnell: „Keine Kinder, nicht verheiratet, das ginge sich alles nicht aus.“ Längere Auslandseinsätze und wechselnde Wohnsitze erlauben es nicht, sich zu binden.
Trotz aller Begeisterung für ihre Arbeit sind die Bedingungen im Einsatz alles andere als einfach. „Denn wenn Katastrophe ist, hackelst du rund um die Uhr und am Wochenende. Da fragt dich keiner, ob du grad lieber im Freibad liegen würdest.“ Für die Bilderbuch-Strände an so manchem Einsatzort bleibt nur die Bewunderung aus der Ferne. Aber eines wird rasch klar: Überlegungen bzgl. eines Nine-to-five-Jobs sind nicht ernst gemeint.

Foto: Caritas

„Die Aufmerksamkeitsspanne bei Katastrophen ist sehr kurz“

Zum Gespräch erscheint Pamminger in Zwiebelschichten aus mehreren Jacken, blauer Jean, Mütze über den kurzenHaaren – und der obligaten Maske. Corona macht trotz weniger Grad über Null ein Outdoor-Interview notwendig. Ein Spaziergang im Wiener Prater mit ausreichend Abstand ist vereinbart. Man könne sich im magdas Hotel, 2012 von der Caritas der Erzdiözese Wien gegründet, auf die Terrasse setzen, schlägt sie vor. Nachdem eine magdas-Mitarbeiterin Dank der knallroten Caritas-Jacke von der Aufrichtigkeit unseres Tuns überzeugt worden ist, dürfen wir auch ungekündigt die windgeschützte Terrasse nützen. Pamminger hat drei akademische Abschlüsse. Nach einem halben Jahr als Au-pair in Genf absolvierte sie eine Ausbildung zur Sozialpädagogin. Danach folgte das Studium der Erziehungswissenschaften. Zwei weitere berufsbegleitend absolvierte Studien vervollständigen den Ausbildungsweg von Pamminger bis auf Weiteres: Migrationsmanagement an der Universität Salzburg und European Project and Public Management an der FH Joanneum. Für die Caritas arbeitet die gebürtige Oberösterreicherin seit 2001, wo sie anfangs u.a. im Flüchtlingsbereich tätig war. Ab 2010 reiste sie als „Project Officer“ immer wieder in Länder wie Sudan, Südsudan, Burundi oder Haiti. Fast zehn Monate dauerte ihr Einsatz auf der karibischen Insel. Der Einsatz nach dem Erdbeben 2010 zählt zu den größten der Caritas Österreich in der Katastrophenhilfe. Nicht nur, um die Notwendigkeiten vor Ort zu evaluieren, sondern auch für die Kommunikation sei es wichtig, dass die Caritas erfahrene Katastrophenhelfer ins Gebiet entsendet, erklärt sie. „Wir sind zu einem Großteil spendenfinanziert. Für Spenderinnen und Spender ist es auch wichtig zu sehen, DASS die Hilfe ankommt und WIE sie
ankommt. Auch das müssen wir im Rahmen von Einsätzen mitdenken und der Öffentlichkeit zeigen. Die Aufmerksamkeitsspanne bei Katastrophen ist sehr kurz.“ Die erste Hilfe bei einer Naturkatastrophe leistet immer der Partner im betroffenen Land, diejenigen, die als erste am Unglücksort eintreffen. Bis internationale Helferinnen und Helfer vor Ort sind vergehen bis zu drei Tage. Seit Juni 2020 ist Pamminger „Referentin für Katastrophenhilfe“. Die Caritas beschäftigt zwei fix angestellte Katastrophenhelferinnen, darüber hinaus werden ausgebildete Katastrophenhelfer und -helferinnen kurzfristig aktiviert. Bis zu zwanzig werden vor einem Einsatz angerufen. Da muss es schnell gehen. Die simple Frage lautet: Morgen geht es los, hast du die nächsten zwei Wochen Zeit?

Foto: Ricus Jacometti

 

Lesen Sie die gesamte Story auf READLYYUMPU News oder im PARADISE Magazin – Viel Vergnügen!

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