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Wien von seiner schönsten Seite

Gelegen an Wiens legendärer und glamouröser Ringstraße, gilt das Palais Hansen Kempinski als eines der absoluten Ausnahme-Hotels in der österreichischen Hauptstadt. Hier vereinen sich das Flair der monumentalen k.u.k.-Vergangenheit mit den luxuriösen Annehmlichkeiten der Moderne zu einer harmonischen, gefeierten und eben typisch wienerischen Melange, die auf dem internationalen Parkett ihresgleichen sucht. PARADISE hat sich mit dem Hausherren Florian Wille auf ein Gespräch zusammengesetzt, um einen tieferen Einblick in die wundervolle Welt des Ringstraßenpalais zu erhalten.

Herr Wille, Sie sind seit Oktober 2018 der General Manager des Palais Hansen Kempinski. Erzählen Sie uns doch etwas zu Ihrem bisherigen Weg in der Hospitality-Industrie.

Ehrlich gesagt bin ich erst über Umwege zur Hotellerie gekommen. Ich hatte andere Dinge ausprobiert, bis ich über verschiedene Jobs in der Gastronomie beim Studium „Tourism and Leisure Time Management“ an der FH Krems gelandet bin und meine Leidenschaft für diesen Berufszweig wiederentdeckt habe. Nach dem Abschluss bin ich nach London, wo ich bereits während des Studiums zwei Praktika gemacht habe. Dort war ich bis 2006 im Controlling unter anderem im Grosvenor House, dem Como Metropolitan und Waldorf Hilton tätig.

2008 kam ich dann zu Kempinski nach Budapest. Nach mehr als zehn Jahren in der Finanzabteilung wollte ich dann wieder mehr direkten Gästekontakt. So kam ich als Executive Assistant Manager zu unserem Pre-Opening nach Bahrain und als Residence Manager nach Doha. 2015 durfte ich dann meine erste Stelle als General Manager im Kempinski Hotel Amman in Jordanien übernehmen. Nach einer Sommersaison in Bodrum bin ich dann vor einem Jahr zurück zu meinen Wurzeln nach Wien ins wunderschöne Palais Hansen Kempinski gekommen.

Welchen Job hätten Sie ergriffen, wenn Sie nicht Gastgeber geworden wären?

Ich möchte nicht tauschen und kann mir ehrlich gesagt auch keinen anderen Job mehr vorstellen. Mein Weg hat mich genau dahin geführt wo ich mich wohl fühle, meine Ideen einbringen kann und mit einem tollen Team täglich versuchen darf, unsere Gäste zu beeindrucken und ihnen Erinnerungen mitzugeben. Hotelier und Gastgeber ist mehr eine Berufung und ein Lebensstil als ein Beruf – und genau da bin ich angekommen.

Was ist die prägende Philosophie von Kempinski?

Kempinski ist eine kleine, sehr feine Hotelgruppe mit einer großartigen Geschichte. Unsere Wurzeln liegen bei Berthold Kempinski in einer kleinen Weinhandlung in Berlin. Berthold hat mit viel Leidenschaft, seinem feinen Gespür und einer innovativen Vision für seine Gäste ein Gastroimperium aufgebaut. Kulinarik war somit schon immer wichtig bei Kempinski, deshalb dieses Erbe liegt uns auch heute noch sehr am Herzen. Daraus entstand dann später unsere Kollektion an individuellen Hotels. Wir wollen bewusst den lokalen Charakter in allen Häusern spürbar machen. Das hat mit Respekt vor der lokalen Kultur zu tun und dem europäischen Luxusverständnis, zu dem die Liebe zu Traditionen gehört. Small is beautiful – dadurch sind wir in der Lage sehr schnell auf sich wandelnde Gegebenheiten oder Ansprüche unserer Gäste zu reagieren. Außerdem sind wir der Meinung, dass Luxus rar ist und erschaffen und gefühlt werden muss.

Durch was unterscheidet sich das Palais Hansen Kempinski von den anderen Ringstraßen-Hotels? Was ist das Alleinstellungsmerkmal?

Das Palais Hansen ist ein Ringstraßenpalais von 1873, dem Jahr der Weltausstellung in Wien. Entworfen wurde es von Theophil Edvard Hansen, dem berühmten Ringstraßenarchitekten, dem wir auch das Parlament oder den Musikverein verdanken. Die Kombination aus dieser historischen Architektur in Verbindung mit modernem Luxus und Wiener Charme zeichnent uns aus. Eine gelungene Mischung aus Kultur, Musik, einem Ort der Begegnung, wo kulinarische Tradition – unser Apfelstrudel ist legendär – ebenso gepflegt wird wie Neuem Platz zu geben – etwa unseren Touch Panels in den Bädern oder Tablets auf den Zimmern.

Warum sollten die Gäste nach Wien kommen?

Die architektonische Vielfalt Wiens, der vielgerühmte und anerkannte hohe Lebensstandard spiegeln sich in jedem Winkel wider. Während das Trinkwasser für einen Wiener eine Selbstverständlichkeit ist, empfindet der Gast aus dem Ausland dies als flüssiges Gold und Ausdruck höchster Lebensqualität. Warum die Gäste aber in erster Linie kommen (sollten), sind unsere große Geschichte und die vielfältige Kultur – immerhin leben wir in der Hauptstadt der klassischen Musik und unsere Opern- und Konzerthäuser sind weltberühmt. Dazu die Geschichten und Monumente aus der Habsburgerzeit, aber auch beeindruckende moderne Kunst und innovative Festivals.

Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis eines guten Gastgebers?

Die Gäste sollen immer spüren, dass sie willkommen sind, und das lässt sich am besten durch persönliche Zeit mit dem Gast vermitteln – sei es bei der Ankunft, durch eine handgeschriebene Willkommenskarte oder bei der Verabschiedung. Bei unseren Mitarbeitern ist uns wichtig, dass sie diese Leidenschaft des Gastgebens mitbringen, denn das kann man selten lernen, das muss von Herzen kommen. Die Gäste spüren, dass diese Herzlichkeit authentisch ist. Wenn man dann noch das Glück hat, in einem historischen Ringstraßenpalais Gäste begrüßen zu dürfen, dann können wir auch auf vielfältige Weise diese Geschichte erlebbar machen.

Haben sie bestimmte Neuerungen/Innovationen für Ihre Amtszeit geplant?

Das Palais Hansen als Teil der Ringstraße hat eine enge Verbindung zur Geschichte von Wien. Mit einem Aufenthalt bei uns möchte ich dem Gast von heute das Wien von gestern zugänglicher machen. Moderner Luxus und historische Wurzeln widersprechen einander nicht. Mit unseren Angeboten machen wir unsere Traditionen für den Gast greifbar, tanzbar und essbar. Seit September bieten wir etwa unser „Kempinski Waltz Time“ an, dabei bekommt der Gast während eines Aufenthalts in der Präsidenten Suite einen eigens für ihn komponierten Walzer live uraufgeführt. Wir werden künftig auch enger mit lokalen Tourismus-Organisationen zusammenarbeiten, ein neues Projekt mit dem Wien Tourismus ist vor kurzem gestartet.

Wie sehen Sie die umweltbezogene Kritik am (Luxus-)Tourismus und wie reagieren Sie mit Ihrem
Haus darauf?

Luxus hat für mich nicht zwingend etwas mit Verschwendung zu tun, sondern mit bewusstem Erleben und Genießen. Einfach gemeinsam Zeit zu verbringen, kann schon Luxus sein. Deswegen finde ich, dass Luxus und Umweltbewusstsein keine Gegensätze sein müssen. Tourismus verbraucht aber immer Ressourcen und hier ist es uns wichtig, so schonend wie möglich damit umzugehen. Wir haben uns deshalb seit unserer Eröfnung 2013 das Ziel gesetzt, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und sind stolz darauf, dieses Ziel jedes Jahr erreicht zu haben.

Zur Überprüfung unserer Erfolge arbeiten wir mit EarthCheck zusammen, dem weltweit führenden Zertifizierungs- und Benchmarkunternehmen der Reise- und Tourismusbranche. Dabei werden wir jedes Jahr von einem unabhängigen Prüfer kontrolliert. So konnten wir im Jahr 2018 aufgrund unserer Maßnahmen im Bereich Ressourcen-Einsparung den Wasserverbrauch und den Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr senken. Durch den Einsatz von Fernkälte in unserem Hotel sparen wir nicht nur Energie, sondern reduzieren auch den CO2-Ausstoß. Zusätzliche interne Programme von Kempinski wie der „Environmental Day“ für Mitarbeiter tragen dazu dabei, dass wir Abfälle vermeiden, mit Dingen sorgfältig umgehen und unsere Recyclingmöglichkeiten ausbauen.

Speziell Stadthotels leben ja mittlerweile nicht mehr nur von den Hausgästen, sondern auch von
externen, die zum Essen oder auf einen Drink zu Besuch kommen. Welche Angebote bieten Sie, um
auch die WienerInnen in Ihr Palais zu locken?

Unser kulinarisches Aushängeschild ist das EDVARD, das seit seiner Eröffnung mit einem Michelin Stern ausgezeichnet ist. Unser junger Chefkoch Thomas Pedevilla zaubert dort einmalige alpin- mediterrane Kreationen, die bei Hotelgästen wie Wienern sehr beliebt sind. Aber auch unser Restaurant „Die Küche Wien“ lockt mit dem Boerselunch die Gäste zur Mittagspause zu uns. Mit der 26°EAST Bar haben wir seit eineinhalb Jahren eine der besten Bars der Stadt. Schon acht Monate nach Eröffnung wurde sie zur „Hotelbar des Jahres“ von Falstaff gekürt – eine tolle Auszeichnung für Bar Manager David Penker und sein Team. Unsere große, tageslicht-durchflutete Lobby hat sich zu einem Wohnzimmer für unsere Hotelgäste, aber auch für Menschen aus der Nachbarschaft entwickelt: man trifft sich zum Geschäftstermin, gönnt sich einen Afternoon Tea oder plaudert bei einer Melange während der Pianospieler im Hintergrund eine gemütliche Atmosphäre schafft.

Die Idee vom Urlaub in der eigenen Stadt ist im Ausland unter dem Begriff „Staycation“ durchaus populär – und auch unser „Wien für Wiener“-Angebot wird immer beliebter: Für ein Wochenende an der Ringstraße wohnen, sich im Spa verwöhnen lassen, ein köstliches Frühstück genießen und nach einem Barbesuch der Stadt in einem wunderschönen Zimmer Gute Nacht sagen – das klingt sicher auch für die Wiener interessant.

Verraten Sie uns zum Abschluss noch ein Geheimnis: Was war das schrägste Erlebnis, das Sie in
Ihrer Karriere bisher hatten?

Eine Rockband, die in der Liste ihrer Wünsche unter anderem drei Kilogramm blaue Smarties gelistet hatte. Damals gab es die Farben noch nicht getrennt zu kaufen und so haben ein paar Mitarbeiter einige Stunden die gewünschten Smarties aussortiert. Dafür haben sich die Kinder eines Kinderheimes, dem wir dann die anderen, bunten Smarties geschenkt haben, sehr gefreut.

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses erhellende Gespräch genommen haben, Herr Wille. Wir wünschen Ihnen und dem Palais Hansen Kempinski alles Gute für die bevorstehende Wintersaison.

www.kempinski.com/palais-hansen

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